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Großartiges Guatemala! - Reiseblog No 19


Liebe Rohkostfreunde,

einen herzlichen Gruß an Euch alle aus Guatemala!

Nachdem es leider doch nicht so einfach war, mein Visum für Mexiko einigermaßen legal 😉 zu verlängern, bin ich kurzentschlossen am 22. Juni über die südliche Grenze nach Guatemala ausgereist. Nur gut, dass ich mit ein wenig Suchen und Überredungskunst eine Apothekerin an der mexikanischen Grenze gefunden habe, die mir einen „hoch-zuverlässigen“ Corona-Schnelltest mit einem Tropfen Blut aus meinem kleinen Finger machte. Mit einem ellenlangen Stäbchen hätte ich mir auf keinen Fall am Gehirn kratzen lassen! Die gute Dame wusste ganz genau, dass alle diese Tests totaler Schwachsinn sind und hätte mir, selbst wenn der Test „positiv“ ausgefallen wäre, meine Bescheinigung als negativ ausgestellt. Schließlich habe ich dafür bezahlt! Man beachte auch den letzten Satz auf dem „Zertifikat“. Dort steht: Ein negatives Resultat schließt nicht eine mögliche Infektion mit dem neuen Corona-Virus aus. Soweit zur Aussagekraft dieses Tests! Mit diesem Papier konnte ich dann jedenfalls ohne weiteres nach Guatemala einreisen.


Ich mag Guatemala! Es ist nun das dritte Mal, dass ich dieses farbenfrohe, kulturreiche Land besuche.

Meine ersten beiden Wochen verbrachte ich in Quetzaltenango, von den Einheimischen „Xela“ genannt. Diese zweitgrößte Stadt Guatemalas ist besonders bekannt für seine vielen Spanisch-Sprachschulen. Auch ich habe dort noch einmal die Schulbank gedrückt und meine Lehrerin Rosa (mit Plastik-Shield vorm Gesicht!) hat mir geholfen, mein Spanisch noch weiter zu verbessern.


Auch in Guatemala kann man sich wahrlich nicht über einen Mangel an frischen Früchten und Gemüse beschweren 😉.



Leckeres Frühstück mit vielen Nährstoffen für´s Gehirn vorm Unterricht.

Die Kathedrale von Xela.

Mit den kunter-bunten „chicken-buses“ kann man durch das ganze Land reisen.

Der Lago de Atitlán ist einer der schönsten Gegenden Guatemalas. Gesäumt von majestätischen Vulkanen, steilen Hügeln und kleinen, traditionellen Dörfern ist es schier unmöglich, sich seinem Charme zu entziehen. Hier kann man herrlich wandern, im See schwimmen, mit dem Boot die verschiedenen Dörfer besuchen und die Seele baumeln lassen.


Jedes Dorf am See hat seine ganz eigene Tradition und teilweise auch unterschiedliche Sprache. Die Tracht der Frauen ist in jedem Dorf einzigartig. Santiago de Atitlán ist berühmt für die aufwändig, kunstvoll, handgestickten Blusen. Bis zu zwei Monaten stickt eine Frau an solch einem Kunstwerk. Oft arbeiten ganze Familien zusammen.



Auf dem Markt in Santiago herrscht buntes Treiben.




Rambutan, lecker!!


In der Kirche von Santiago.

Holz zum Kochen.

Transport Guatemala-Style.

Lasst Farben in unser Leben!

In San Juan la Laguna.


Dieses Dorf ist berühmt für seine vielen Künstler. Bunte Wandmalereien sieht man überall.



Internationale „Maulkorb-Mode“.😉

Initiationsritual für Jugendliche.

Bunte Hüte als Straßenlampen.

Óscar, einer der jungen, begabten Künstler.

Maya-Astrologie-Zeichen.

Ricardo hat das Malen von seinem Vater gelernt.

Bei dem ganzen Corona-Wahnsinn hilft nur Maske runter und Aguardiente rein!

Vom Aussichtsturm in San Juan hat man einen guten Ausblick über den See.

Junge Frau in der Tracht von Sololá.

Von San Marcos nach Tzununá.

María hilft ihrem Vater am Früchtestand.

Fröhliche, spielende Kinder in Tzununá.

Und hier zwei, die eher arbeiten müssen als spielen zu dürfen.

In San Pedro la Laguna musste ich gar nicht lange suchen und habe ihn gleich gefunden! Rafael! Als ich vor 14 Jahren das erste Mal nach Guatemala kam, konnte ich absolut kein Spanisch. Rafael war mein Spanisch-Lehrer für 2 Monate und hat mir sehr kompetent und mit viel Humor diese klangvolle Sprache nähergebracht. Er war wirklich sehr schön und interessant, sich wieder einmal auszutauschen und zu sehen, was in all den Jahren in unseren Leben passiert ist. Damals hatten wir angeregte Unterhaltungen über Gott und die Welt. Er hatte zwei weibliche Kandidatinnen, die als zukünftige Ehefrauen in Betracht kamen und wir diskutierten angeregt, welche wohl am besten für ihn passen würde 😉.

Er hat sich dann für seine Rosa entschieden und dies schien auch die richtige Wahl gewesen zu sein, dann heute ich er glücklich verheiratet und stolzer Papa einer 13-jährigen Tochter, die erfolgreich in der Basketball-Jugend-Nationalmannschaft mitspielt.

Und ja, Rafael war sehr zufrieden mit meinem Spanisch 😊.

Leckeres veganes Papaya-, Schoko- und Drachenfrucht-Eis in Panajachel, der größten Stadt am Lago de Atitlán.

Saskia stellt sehr schöne Ohrringe her.

Danach verbrachte ich einen traumhaften Monat im Utopía Eco Hotel und Cacao Finca, das im Osten des Landes, mitten im dichten, saftigen, grünen Dschungel und direkt am Fluß Cahabón liegt. Utopía ist ein verstecktes Juwel, die Natur drumherum einfach wunderschön!


Hier sind einige Eindrücke davon:





In Utopía arbeitete ich an der Rezeption, an der Bar, half in der Küche und im Restaurant mit. Eine sehr schöne, familiäre Atmosphäre herrschte dort und das ganze Freiwilligen-Arrangement war mehr als großzügig. Ich hatte dort genauso viel freie Zeit wie Arbeitszeit. Pia aus Münster kam vor 6 Jahren auch so wie ich als Freiwillige nach Utopía. Wie das Leben so spielt, haben sie und der Besitzer John sich ineinander verliebt. Pia ist geblieben und nun haben sie zwei wunderschöne, blonde Jungs mit riesigen stahlblauen Augen, die hier überall sofort auffallen.


Elvira macht Brötchen und singt dabei...

Dies ist María, eine der Arbeiterinnen von Utopía. Sie wohnt zwei Stunden Fußmarsch von ihrer Arbeitsstelle entfernt, das heißt sie läuft morgens um 5:00 Uhr zu Hause los, um um 7:00 Uhr ihre Frühschicht zu beginnen und nach Arbeitsschluss um 16:00 Uhr läuft sie nochmals zwei Stunden nach Hause!! Und das fast jeden Tag!! Wow!

Von Utopía aus war es nur eine kurze, wunderschöne Wanderung zu einem absoluten Highlight Guatemalas - Semuc Champey. Ein wahrlich zauberhaft schöner und faszinierender Ort.


Auf dem Weg nach Semuc Champey:





Jung und Alt bieten hausgemachte Schokolade zum Verkauf an.


Semuc Champey ist eine 300m lange, natürlich geformte Sandstein-Brücke unter der der Fluss Cahabón durchprescht. Auf der Brücke haben sich Pools geformt, die mit kristallklarem, türkis-farbenem Wasser gefüllt sind. Semuc Champey vom Aussichtspunkt aus gesehen.


Einer der Freiwilligen von Utopía hat seine Drohne über dieses Naturschauspiel fliegen lassen.

Die Farben sind einfach wunderschön und es ist herrlich erfrischend, in den Pools zu baden. Alle haben unterschiedliche Temperaturen, je nachdem wie tief sie sind.






Diese beiden Mädchen vom der Ethnie der Q'eqchi, halfen fleißig mit, Kokosnüsse zu verkaufen.

Auch im letzten ländlichen Winkel von Guatemala sind die „Covid-Impfungen“ angelaufen. Im kleinen Lanquín wurden alle Lehrer der dortigen Schule zur Impfung genötigt und an dem Impftag sind drei junge Lehrer und Lehrerinnen an Ort und Stelle tot umgefallen. Daraufhin gab es riesige Proteste, die sich bald im ganzen Land in tagelang anhaltenden Straßensperren äußerten. Die Menschen fordern den Rücktritt des Präsidenten und der gesamten Regierung. Die Guatemalteken stürzen regelmäßig ihre Regierung und schwupps, kommt die nächste korrupte hinterher!

Auch ich stand bei meiner Weiterfahrt nach Rio Dulce 4 Stunden an einer Straßensperre. Ich hatte aber viele nette Gespräche mit den protestierenden Menschen.




Seit zwei Wochen bin ich nun im „Hotelito Perdido“ einem kleinen aber sehr feinen Hotel direkt am Rio Dulce. Hierher kommt man nur mit dem Boot, Straßen gibt es keine. Auf alle Fälle ist man hier absolut weg vom Schuss. Ruhe, Frieden und Natur pur! Es ist sehr klein und familiär hier. Wenn das Hotel voll ist, können etwa 23 Menschen hier übernachten. Meist sind jedoch um die 5-10 Gäste anwesend . Ich arbeite hauptsächlich in der Küche, bereite das Frühstück zu und unterstütze die Köchinnen beim Essenzubereiten.


Hier sind einige Eindrücke vom Hotelito Perdido, dem kleinen, verlorenen Hotel:



Eines der Chalets.

Bei einer entspannenden Massage kann man alles vergessen.

Das ist mein kleines, ur-gemütliches Reich.

Hier im Hotelito Perdido hat sich das gleiche wie in Utopía abgespielt - Freiwillige und Besitzer sind zusammengekommen und so ist Tim mit 58 Jahren das erste Mal unendlich stolzer Papa geworden. Die kleine Luna Maya hält ihre Eltern ganz schön auf Trab!

Ich arbeite von 7:00 - 12:00 Uhr, danach habe ich frei und erkunde fast jeden Nachmittag mit dem Kayak die verschiedenen Wasserarme des Flusses. Rasta, der knuffige Hund, liebt Kayakfahren und freut sich immer, mich begleiten zu dürfen.

Herrlich entspannend ist es auf dem ruhigen Fluss dahinzugleiten und die Natur zu beobachten. Traditionelle Häuser am Fluß.

Nach 2 1/2 Stunden Paddeln erreicht man mit dem Kayak die Stadt Livingston, die direkt dort liegt, wo der Rio Dulce ins Meer fließt. Auch Livingston ist nur per Boot zu erreichen. Hier haben sich die Garífunas angesiedelt, eine schwarze Ethnie, die ursprünglich von St. Vincent in der Karibik kommt.

Bei der Hitze tut ein kleines nachmittägliches Nickerchen sehr gut.

Holzhaus in Livingston.

Zurück ins Hotelito Perdido kann man mit dem öffentlichen Boot fahren, das auch gerne das Kayak schleppt.

Wunderbar ruhig und entspannt lebt es sich hier. Ohne die Horror-Geschichten aus dem Fernsehen wirkt die Welt gleich viel freundlicher und ein Nachbar verkauft Jackfruit. Ich werde auf alle Fälle hier bleiben, bis mein Visum ausläuft und dann sehen, welch neue Möglichkeit mir das Universum präsentiert.

Bis dahin wünsche ich Euch noch einen schönen restlichen Sommer, alles Gute und sende Euch ganz herzliche Grüße aus dem Dschungel von Guatemala.

Gisela 🌺












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